Ausstellung ensemble weiterhin geöffnet

Die Ausstellung „ensemble“ im ehemaligen Gasthof Flamme, Mittelstr. 2 in Wethen mit Bildern von Joachim Geritzen aus Warburg war geplant bis Ende September. Das Interesse von Besuchern in dieser besonderen Corona-Zeit ist aber so groß, dass Familie Geritzen die Bilder noch eine Zeitlang hängen lässt und einlädt zum Betrachten.

Einzelbesuche sind jederzeit möglich, Gruppen sollen sich wegen der Corona-Beschränkung anmelden unter Tel. 05641 – 4424.

“Die Leute, die hierher kommen, das sind keine Besucher, das sind alles Gäste. So fühlen sie sich gleich von Anfang an.“

Joachim Geritzen:

„Dann gibt es immer so Sachen, wo man stehen bleibt. Dann haben wir die Stühle, und dann gibt es einen Stuhlkreis oder zwei Stühle, und dann sitzt man vor einem Bild und fängt an und geht da „rein“ und stellt Fragen. Das ist für mich absolut spannend. Das ist ein Geschenk, jeder Besuch, jeder Gast ist ein Geschenk. So sollte es ja auch im Leben sein. Wir können Gedanken öffnen, wir können Herzen öffnen, wir können Standpunkte austauschen.”

“Für mich war das Bild, das ich ja nie sehen werde, nie gesehen habe, ganz bildlich vor Augen.”

Gisela Hinkel, eine erblindete Nachbarin:

“Joachim malt nicht irgendeine Phantasie oder irgendetwas ab, sondern er malt, was er erlebt hat, was in ihm Gestalt gewinnt und was, wenn er anfängt zu malen, dann da Gestalt gewinnt.

(…) Wir haben eigentlich nur ein Bild angeschaut, also so weit ich es “anschauen” konnte. Er kennt auch meine Vergangenheit mit Israel, wo ich mit Aktion Sühnezeichen war. Deswegen hat er für mich sein Bild “Jerusalem” ausgewählt. Dieses Bild hat in diesem Jahr in der Karwoche und Ostern auch in der Kapelle von Sankt Johannes gestanden. Joachim macht das zu verschiedenen Kirchenjahreszeiten, und die Schwestern meditieren dann darüber und geben ihm dann auch eine Rückmeldung.

Er hat mir auch vorgelesen, was die Schwestern dazu gesagt haben, aber erst mal hat er mir selbst dieses Bild erklärt, und ich habe es dann auch total vor Augen gehabt. Eben der Grundton Gelb, in der Mitte hat er ein Kreuz. Er malt auch aus seinem Glauben heraus und verbindet mit Jerusalem schon die Leidensgeschichte Jesu, aber auch, dass er ja nicht im Tod geblieben ist. Er wollte auch Leben zeigen. Dann hat er Blautöne drin, die das Wasser symbolisieren, das Meer, dieses Blau als Hoffnung, als Wasser des Lebens. (…) Für mich war es dann noch mal ganz real gekommen als Erinnerung an meine Zeit in Israel.

Bei dieser besonderen Führung war auch Renate mit mir. Wir hatten viel Zeit, zwei Stunden waren wir zusammen. Es war für mich wirklich das eine Bild, aber ich hatte auch ein Bild von all den anderen da, dass ich einfach dachte, alle Bilder drücken etwas auch von diesem Menschen aus und von der Zeit, in der sie entstanden sind, von seiner Umgebung, der Wahrnehmung dessen, wo er sich befindet, welche Menschen da sind, und das hat mich schon sehr beeindruckt. Da war Leben entstanden in diesem Raum.”

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